Dick Brave & The Backbeats und The BossHoss in Köln (Tanzbrunnen) , Support: Kitty, Daisy & Lewis

Freitag, 24. August 2012 - Micha

Heute ist es endlich soweit, der Tag, auf den ich viele Monate gewartet habe.
Flashback: Im März fotografierte ich einen sehr netten Kunden, der neue Bewerbungsbilder brauchte. Er erzählte mir, dass er bisher in der Veranstaltungsbranche gearbeitet hat und hauptsächlich Konzerte organisiert hatte. Da hatten wir dann natürlich ein Gesprächsthema… ;-)
Als Dankeschön für die tollen Fotos überreichte er mir dann 2 Karten für Dick Brave & The Backbeats und The BossHoss in Köln im August.
Ich konnte mein Glück kaum fassen und starrte ihn erstmal unglaubig an.Als ich meine Sprache wiedergefunden hatte, bedankte ich mich natürlich artig. ;-)

Und heute, 5 Monate später, sitze ich im Zug nach Köln, steige wie schon häufiger zuvor am Deutzer Bahnhof aus und verlaufe mich erstmal. Peinlich. Als ich dann eine sinnlose Runde um den Bahnhof gedreht hatte, finde ich auch endlich den richtigen Weg.
Bis zum Tanzbrunnen ist es zum Glück nicht weit, auf dem Weg dorthin begegnen mir aber immer wieder Leute mit Cowbowhut. Das sollte sich dann auch am Tanzbrunnen nicht ändern, wo ich auf Bibi treffe. Wir fallen uns erstmal freudig in die Arme, denn auch wir haben uns sehr sehr lange nicht gesehen. Sogleich erzähl sie mir aber auch, dass von einem Meet & Greet der BossHoss Fans mit ihren Lieblingen die Rede ist und dass es sich hierbei um 150 Leute handeln soll.
Als 1.-Reihe-Junkie steigt einem da schonmal die nackte Panik in die Augen bei der bloßen Möglichkeit, dass 150 Leute vor dir das Gelände betreten dürfen und du hier seit Stunden angestanden hast.
Auf den Schreck erstmal ein Eis! Praktischerweise steht direkt vorm Einlass auch ein Eiswagen, der bei dem Wetter sicher ein Bombengeschäft macht.
Denn trotz der Regenvorhersage ist es bisher erstaunlich trocken und warm. Umso besser! 
Leider bewahrheitet sich dann um halb fünf unsere Befürchtung, eine große (scheiße, viel zu große) Gruppe von Menschen betritt mit ihren Cowbowhüten bewaffnet das Gelände des Tanzbrunnens und da um 17 Uhr Einlass sein soll, ist uns auch klar, dass diese dort bleiben werden.
Naja, drücken wir es mal vorsichtig aus: BossHoss macht sich bei den Dick Brave-Fans gerade nicht allzu beliebt.

Aber wir sind eh in der Unterzahl und harren der Dinge, die da kommen werden.
Um 17 Uhr das übliche Prozedere, Bibi kriegt alle Taschen zur Durchsuchung am Einlass und Petra und ich rennen los. Angesichts der Befürchtung, dass da vorne aber eh schon 150 Leute stehen, werden wir doch eher langsamer und zudem sorgen auch die Security dafür, dass hier nicht übermäßig gerannt wird. Trotzdem schaffe ich es, dabei Petra zu verlieren, so dass ich plötzlich ganz rechts neben der Bühne (aber immerhin 1. Reihe) stehe, Petra wie sich wenig später rausstellt, ganz links, aber deutlich besser positioniert. Wir wechseln also die Seiten, Bibi ist auch da und wir sind angesichts des Meet & Greet – Desasters noch halbwegs zufrieden mit unseren Plätzen.

Die Location an sich ist ganz schön, über dem Platz vor der Bühne sind so Art trichterförmige Dächer gespannt, wir würden also auch nicht nass werden, wenn es regnen würde. Tut es aber immer noch nicht.
Bald beginnt auch schon die Vorband „Kitty, Daisy & Lewis“ aus England.
Musikalisch war das ganze irgendwo zwischen Rockabilly, Blues und Country angesiedelt, mit einer Prise „abgefahrener Scheiß“ verfeinert und charmant gewürzt. Gefallen haben mir zwar nicht alle Stücke, aber fasziniert hat mich diese Band jede Minute. Die beiden Sängerinnen würden jeden Look-alike Wettbewerb als Amy Winehouse gewinnen, haben aber auch ihren ganz eigenen Charme.
Ihr Bruder vervollständigt das ganze, und hier lassen sich die Verwandschasftsverhältnisse auch optisch wirklich nicht leugnen.
Am Bass steht eine etwas ältere Dame und ein älterer Herr spielt Gitarre. Wir fragen uns, ob das wohl die Eltern der famosen 3 Geschwister sind. Sieht auf den ersten Blick nicht allzu unwahrscheinlich aus. ;-) Gleich beim 2. oder 3. Song ruft die Familie auch schon einen special guest auf die Bühne, einen Trompeter aus Jamaica :) Der macht seine Sache auch ziemlich gut, sorgt auf jeden Fall für Stimmung.
Zum reinhören empfehle ich übrigens die Songs „Going up the country“, „Messing with my life“ und „Say you’ll be mine“.
Die 5 sind auf jeden Fall eine sehr musikalische Truppe, die Instrumente werden häufiger mal gewechselt und singen können irgendwie auch alle.

Jetzt wird es aber auch langsam Zeit für Dick Brave, aber erstmal wartet eine Umbaupause auf uns. Um uns herum stehen viele Leute mit Pommes oder Pizza, für das kulinarische Wohl ist hier also auch gesorgt und so langsam kriege ich auch Hunger, riecht schon ganz schön lecker. ;-)

Während der Pause sehen wir schon viele Kameramänner herumlaufen, die sich später auch auf und vor der Bühne wiederfinden. Wozu wissen wir auch nicht genau, aber wer weiß, was da gefilmt und wo es gezeigt wird, der möge uns mal einen kleinen Hinweis geben. 
Auch die Fotografen positionieren sich, es geht also los.
Ich freue mich riesig, Dick Brave endlich mal wieder zu sehen, Sasha war ja schon so ein Idol meiner Jugend und es ist einfach immer wieder schön, ihn singen zu hören.
Gut, dass er jetzt vernünftig geworden ist und wieder Rock’n’Roll macht. ;-)

Der erste Song ist „Highschool Confidential“, witzigerweise der, den ich am wenigsten mag. Sei’s drum, hab ich den schonmal hinter mir. ;-)
Die genaue Reihenfolge kann ich jetzt leider nicht mehr wiedergeben, aber wir hören auf jeden Fall vieles vom aktuellen Album, aber auch einige „Klassiker“ aus der früheren Dick Brave Zeit.
„Just can’t get enough“ darf natürlich sowieso nicht fehlen und ist auf jeden Fall ein Eisbrecher. Man muss ja schon sagen, dass doch die BossHoss Fans in der Überzahl sind, am Anfang ist die Stimmung noch etwas verhalten, was sich aber auch spätestens noch dem 2. oder 3. Song ändert.
Hier zeigen sich auch absolut die Entertainer-Qualitäten von Dick Brave, der nicht nur stur seine Songs runterspielt, sondern auch zwischendurch immer wieder die ein oder andere Geschichte auf Lager hat. Hierbei dreht es sich natürlich hauptsächlich um deutsch-kanadische Unterschiede, und die Deutschen sind ja doch immer wieder gut für ein paar lustige Klischees.
Besonders angetan hat es Dick der Brauch des „Schunkelings“ wie er es nennt, ein Phänomen, das zumeist auf Schützenfesten zu finden ist.
Aber lieber Dick, keine Sorge, mir war es auch schon immer ein Rätsel, warum ein Haufen erwachsener Männer sich einmal im Jahr versammelt, um auf einen Holzvogel zu schießen und der Gewinner am Ende den ganzen Blödsinn auch noch zahlen muss. ;-)
Aber das Schunkeling lassen wir uns natürlich nicht nehmen, denn der nächste Song ist quasi prädestiniert dafür, wie Dick auch ankündigt.
„Take good care“ löst dann schon nach der 1. Zeile lautes Gekreische aus, der Song ist hier offensichtlich bekannt. ;-) Ich freue mich aber natürlich auch, ist ja schon irgendwie ein Klassiker.
Richtig cool ist auf jeden Fall das Blues-Intro bei „Black or White“, die Akrobatik auf der Bühne lässt auch stellenweise mindestens jeden Hobby-Turner blass aussehen und der Großteil meiner Lieblingssongs sind auch mit von der Partie, wie z.B. „American Idiot“, „Rolling in the deep“ und „Just the way you are“.
Viel zu schnell war das Hauptset aber auch schon vorbei, heute gibt es ja leider quasi kein „komplettes“ Konzert, denn die Kollegen von The Boss Hoss warten ja auch noch auf ihren Einsatz.
Eine Zugabe ist aber trotzdem noch erlaubt, und lautstark gefordert wird sie zum Glück auch.
Zum Schluss dürfen wir uns noch einmal freuen über 3 großartige Songs, den Anfang macht ein Prince-Medley bestehend aus den Songs „Cream“ und „Kiss“. Hierbei dachte ich kurz, ich trau meinen Augen nicht, denn Adriano zeigt mal echten Einsatz und macht samt seiner Gitarre spielenderweise einen Ausflug von der Bühne runter quer durchs ganze Publikum und wieder zurück. Sehr coole Aktion!
Etwas fürs Herz gibt’s dann noch mit dem Elvis-Klassiker „Always on my mind“, ein Traum bei dieser schönen Stimme, das kann man einfach nur genießen…
Der letzte Song bietet auch noch mal jede Menge Action auf der Bühne: bei „Great balls of fire“ spielt die Band eine Art „Reise nach Jerusalem“ an den Instrumenten und wechselt so lange, bis jeder einmal jedes Instrument gespielt hat. Sehr lustige Idee auf jeden Fall, und obwohl das ganze ja so schon lange im Programm ist, ist es doch immer wieder nett anzuschauen.

Dann ist aber auch wirklich Schluss und es startet die letze Umbaupause. Wir entschließen uns aber, die 1. Reihe zu verlassen, denn Hunger und Durst machen sich so langsam bemerkbar. Da kommt ein freies Plätzchen auf einer Bank gerade recht, und wir kümmern uns erstmal um die Getränke, denn die Schlangen an der Pommesbude sind gerade in der Umbaupause extrem lang. Ich frage mich im Ernst warum, denn die Preise sind gesalzen. Für meine 0,5l Fanta in der Flasche zahle ich 4 Euro, die Curry-Wurst mit Pommes kostet noch einmal 5,50 Euro. Aber gekauft habe ich es trotzdem, so wie viele andere auch,das Geschäft hier lohnt sich also.
Einige machen keine halben Sachen und holen sich direkt das Bier-Fässchen für 35 Euro. Naja, wers braucht…

Dann beginnen auch Boss Hoss, wir schauen noch ein bißchen aus der Ferne, es kommt auch bekanntes wie „I say a little prayer“, aber so richtig reisst es mich dann doch nicht.
Da machen wir auf dem Weg Richtung Ausgang lieber nochmal Halt am Merch-Stand, ich bin total begeistert von der schönen T-Shirt Auswahl und möchte am liebsten alle mitnehmen.
Ich entscheide mich aber für ein blaues mit Pin-Up Motiv und das Album auf Vinyl muss ich natürlich auch noch mitnehmen.
So, genug eingekauft für heute, wir treten die Heimreise an. Bibi und Petra bringen mich noch zum Bahnhof und lange warten muss ich dort auch nicht, dann geht es wieder Richtung Wuppertal.

Ich bedanke mich noch einmal bei meinem edlen Spender und hoffe, bis zum nächsten Dick Brave Konzert wird es nicht mehr allzu lange dauern.

-Micha

Fotos von Dick Brave & The Backbeats im Kölner Tanzbrunnen

Fotos von Kitty Daisy and Lewis im Kölner Tanzbrunnen