Peter Schilling in Ingelheim (Rheinland-Pfalz-Tag) - von Gastautorin Kerstin

Sonntag, 3. June 2012 - BiBi

Petrus meinte es wirklich NICHT gut mit mir. Das Konzert auf dem Festplatz an der Burgkirche in Ingelheim war natürlich Anfang Juni ein Open-Air – und es goss in Strömen!! Da ich hoffte, bei einem kostenlosen Event dieser Art die Chance zu bekommen, den Soundcheck sehen zu können, war ich bereits um 12 Uhr vor Ort. Gleichzeitig kamen auch die Securities an und ich beobachtete erst einmal, ob die den Zugang zum Konzertgelände sperren würden. Das taten sie NICHT! Nun blieb nur noch herauszufinden, wann der Soundcheck von Peter Schilling sein würde. Zwei weitere Bands spielten noch an dem Abend und normalerweise wird ja in umgekehrter Reihenfolge gecheckt. Also müssten erst die Queen Kings dran sein, dann Peter Schilling und anschließend 80 Grad. Im Vorfeld hatte ich alle meine Kontakte spielen lassen, aber beim besten Willen nichts herausfinden können zum Ablauf.
Am Freitag hatte ich mal wieder mein fast schon sprichwörtliches Glück und ein Meet & Greet mit Peter Schilling gewonnen. So würde ich wenigstens meine Geschenke, u.a. ein Päckchen selbst gemachte Pralinen, in einem ordentlichen Rahmen übergeben können. Leider erreichte mich keine Information mehr vom SWR vom Ablauf des M&G bzw. einem Zeitplan, aber dafür würde ich sicher vor Ort noch jemanden finden.
Die Anfahrt zur Burgkirche klappte super. Auch weil ich von ein paar Jahren schon einmal genau dort war für eine Lesung von Martell Beigang und Sasha. Ich fand einen Parkplatz direkt um die Ecke, also in 5 Minuten fußläufig zum Gelände. Dieses erforschte ich dann auch gleich als erstes. Hm, alles ziemlich überflutet. Große Bühne, eigentlich schönes Gelände aber eben auch Regen, Regen, Regen… Ich knäulte mich so gut es eben ging auf einer Bank zusammen, um möglichst wenig Wasser an mich heran zu lassen. Auf der Bühne wurde fleißig aufgebaut. Gegen 13 Uhr schaute ich einmal genauer hin und bildete mir ein, einen weißen Mikrofonständer zu sehen. Peter’s Mikrofonständer ist weiß! Also musste ich doch mal näher ran. Oberhalb des Geländes waren die Mitarbeiter vom SWR damit beschäftigt, Banner aufzuhängen. Von dort hatte man auch einen guten Blick zur Bühne. Tatsächlich: Der weiße Mikrofonständer war schon da, allerdings stand er noch an der Seite. Als ich da so stand und mich umschaute, fiel mir plötzlich die Anzeige auf der Leinwand auf: „Soundcheck heute … 14:00 Uhr Peter Schilling und Band“. Na also!!
Nun war aber noch ausreichend Zeit für mich, einmal beim SWR-Team nachzufragen, wie es denn nun mit dem Ablauf und Zeitplan des Meet & Greet war. Die waren erstaunt, dass ich schon so früh da war und erklärten, da sich die 10 Gewinner um 17:15 Uhr am Infostand des SWR treffen würden, um dann um 17:30 in die Garderobe von Herrn Schilling zu gehen.
Daraufhin stellte ich mich noch eine Weile am Bratwurststand unter, bis ich sah, dass sich auf der Bühne die Mitglieder von Peters Band tummelten. Und auch er selbst ließ auch nicht lange auf sich warten. Mir fiel auch ein Kamerateam auf, das ihm auf der Bühne auf Schritt und Tritt folgte. Ich nahm an, dass das SWR Fernsehen doch für einen Bericht ein paar Aufnahmen machte.
Außer mir standen da noch drei Frauen, die offensichtlich auch nicht zur zufällig im Regen standen und zur Bühne schauten. Leider sind die Peter Schilling Fans nicht sehr zutraulich und ich wollte nach kurzer Beobachtung der drei auch nicht unbedingt Kontakt aufnehmen. Dafür nahm ich umso intensiveren (Blick)Kontakt mit ihm selbst auf. Leider war aufgrund der Sonnenbrille nicht zu erkennen, ob er nur in meine Richtung oder tatsächlich mich anschaute. Diese Frage beantwortete er aber dann selbst, in dem er mir ein „Hallo Kerstin!“ zurief und winkte.
Ich genoss den Soundcheck in vollen Zügen. Wann bekommt man schon mal so eine Gelegenheit? Er war auch die ganze Zeit mit auf der Bühne und kümmerte sich darum, dass auch seine Musiker den bestmöglichen Mix auf ihre Monitore bekamen. Ich traute mich nicht direkt bis zur Bühne vor und auch kaum, Fotos zu machen. Ein paar habe ich dennoch gemacht, die auch trotz Regens ganz gut wurden. Sie spielten dann ein paar Lieder kurz an doch viel zu schnell war der Soundcheck vorbei.
Immerhin hatte ich jetzt Gelegenheit, mich mal trocken zu legen. Zwischenzeitlich war nämlich mein Regenschirm schon durchgeweicht, so dass ich darunter nass wurde!! Meine Jacke triefte, aber wenigstens war ich unter der Jacke noch halbwegs trocken. Außerdem hatte ich einen weiteren Regenschirm im Auto, der mir jetzt gute Dienste leistete. Bis ich zurück an der Bühne war, war es auch schon 16:00 Uhr, also gar nicht mehr so lange bis zum Treffpunkt zum M&G. Zwischendurch hatte SWR1 Gefallen an mir und meinem leichten Dachschaden gefunden und mich schon über meine Leidenschaft zu Peter Schilling befragt
Überpünktlich fand ich mich also am SWR1 Stand ein. Dort wartete ich einen Moment auf die Mitarbeiterin, die dann auf die anderen 6 Gewinner wartete, bevor wir los ziehen konnten. Zwei weitere Frauen trafen kurz nach mir ein. Schienen ganz nett zu sein, wenn auch keine eingefleischten Fans von PS. Wir wurden dann schon mit Pässen mit der Aufschrift „Meet & Greet“ ausgestattet. Dann warteten wir weiter. Aber es tauchte keiner mehr auf! Es wären noch 3 Gewinner mit je einer Begleitperson gewesen, doch wie so oft wenn’s nix kostet, war es den Leuten egal! Dass da vielleicht jemand wie ich ist, der wahnsinnig gerne dabei wäre, das geht denen völlig ab. Man sollte solche Gewinne wirklich nur an Fans verlosen und nicht jedem Depp geben, der ein Telefon bedienen kann!
Naja, dann sind wir halt nur 3. Mehr Zeit für uns! Ich machte mir sowieso ein bisschen Sorgen. Einerseits weil das M&G so kurz vor seinem Auftritt stattfand und andererseits, ob ich es dann auch noch wieder in die erste Reihe schaffen würde. In einem mit Stehtischen, einem roten Sofa und Sesseln, Knabbergebäck und Sekt eingerichteten Raum warteten wir auf Peter. Der war noch mit Radio Bremen beschäftigt und kam ungefähr 10 Minuten später. Er begrüßte uns drei jeweils mit einer Umarmung und Bussi-rechts-Bussi-links. Meinen Namen wusste er, die der anderen beiden erfragte er. Dann standen wir so rum. Redeten übers Wetter („Regnet es noch?“), von dort kamen wir dann auf das Konzert in Rauischholzhausen, wo es ja auch erst geschüttet hatte aber es, nach seiner Aussage, ein tolles Konzert gewesen sei. Wie immer fehlt mir jetzt hier die Reihenfolge der Fragen und von Vollständigkeit mag ich hier gar nicht erst träumen! Er sprach davon, dass Alkohol für ihn vor oder während eines Auftritts (live oder TV) absolut tabu sei. Für ihn und seine Crew! Er sagte, das sei allein aus arbeitsrechtlichen Gründen ja schon bedenklich und wenn etwas passieren würde, dann stünde nicht in der Zeitung „Heinz W. betrunken von der Bühne gestürzt“, sondern
PETER SCHILLING’s Gitarrist BETRUNKEN AUF DER BÜHNE!!
Da spricht die Erfahrung. Er sagte auch, daß es eben gerade aufgrund seines früheren Erfolgs nicht immer einfach sei, wieder gebucht zu werden. In München (da wohnt er) beispielsweise bekäme er kaum einen Fuß auf den Boden, was Veranstaltungen angeht. Er hätte aber im letzten Jahr ein Open Air dort gespielt und es sei fantastisch gewesen. Er berichtete auch wieder von seiner Vergangenheit als Reiseverkehrskaufmann (Abschlussnote 4,0).
Danach blieb noch Zeit, ihm meine selbstgemachten Pralinen mit Erdbeer-Joghurt-Füllung zu geben, die er kritisch beäugte und nochmal fragte, ob sie selbst gemacht oder selbst gekauft seien. Ich hoffe, er hat geschmeckt, dass ich sie selbst gemacht hatte!!
Da er nun doch schon eine recht lange Zeit mit uns gesprochen hatte, beschloss ich, noch meinen Autogrammwunsch los zu werden. Autogrammkarten waren schnell besorgt, einen Stift hatte ich dabei. Weil er gerade von einem Kamerateam von der ARD begleitet wurde, um für das Special „Höchstpersönlich: Peter Schilling“ Material zu drehen, musste er auch früher an der Bühne sein und nun los.
Jetzt hatte ich es aber eilig, zurück zur Bühne zu kommen. Zwischenzeitlich hatte es aufgehört zu regnen und ich hoffte, noch einen Platz in der ersten Reihe zu bekommen. Den Platz hätte ich mir irgendwie schon erkämpft, aber es war auch so kein großes Problem. Es war ein bisschen eng, doch nicht zu schwierig. Wie üblich kam erst noch eine Weile Moderatorengeplänkel. Bla-bla-hier bla-bla-da und irgendwelche lustigen (?) Spielchen. Das alles geht einem ziemlich auf den Wecker, wenn man nur auf das Konzert wartet! Da ich wie immer keine Uhr an hatte, wusste ich auch nicht, wieviel Uhr es denn nun genau war bzw. ob man denn auf der Bühne noch im Zeitplan war.
Schließlich wurde Peter angesagt und das Intro ertönte. Die Kameracrew stand bereit als er dann zum gewohnten „Es ist soweit“ nach vorn stürmte. Sie folgten ihm dann auch während des ganzen Programms. Er spielte natürlich neben „Major Tom“ auch „Terra Titanic“ und „Die Wüste lebt“. Bei „Major Tom“ rasteten die Leute wie immer komplett aus. Er spielte es auch gleich wieder als zweiten Song, wie ich das bei vorangegangenen Konzerten schon gehört hatte. Direkt im Anschluss kam „Die Wüste lebt“, somit hatte er zwei seiner größten Hits schon abgeliefert.
Der Sound war für ein Open-Air Konzert erstaunlich gut. Vorne war es mal nicht zu laut, was man ja öfter mal hat, wenn große Plätze beschallt werden müssen. Da leider nur eine Stunde Zeit war, fehlten einige meiner Lieblingsstücke auf der Setlist. Eine Stunde Konzert ging auch wirklich vorbei wie im Fluge. Mit jedem Song rückten die Leute näher an die Bühne, so dass es sich dann doch schon recht voll anfühlte. Wie viele tatsächlich da waren konnte ich von meinem Platz aus nicht sehen.
Im Verlauf des Konzerts stand plötzlich die Reporterin wieder neben mir. Da wollte sie doch tatsächlich von mir wissen, wie es mir gefalle! Mitten im Auftritt hatte ich außer einem „Es ist super!“ gerade keinen lockeren Spruch auf Lager. Aber Peter Schilling hatte auch Gefallen an der Dame gefunden, denn beim Song von Echt „Du trägst keine Liebe in Dir“ hat er sie bei der Zeile „Du bist immer noch verdammt hübsch anzuschaun‘“ direkt angesungen. Als letzten Song hat er im Programm wieder „Emotionen sind männlich“ gespielt jedoch blieb ihm mittendrin plötzlich die Stimme weg. Ein paarmal versuchte er noch, wieder weiter zu singen (die Band spielte standhaft weiter!), aber außer ein paar Worten und einem zerknirschten „Ich hab‘ einen Frosch im Hals, sorry!“ kam nicht mehr viel raus. Zum Glück war es dann erst mal zu Ende und bevor er zu den Zugaben raus kam hatte er das Problem behoben. „Ich vermisse Dich“ spielte er wieder als Akustik-Version, die dann so gar nichts mehr mit dem schlagerhaften Original zu tun hat. Er verabschiedete sich dann endgültig mit einem etwas veränderten Arrangement von „Terra Titanic“.
Nach Konzertende kam dann auch „meine“ Reporterin wieder und interviewte die beiden anderen Meet & Greet Gewinnerinnen und mich auch nochmals. Bei mir war nur Lob zu ernten, doch auch die beiden anderen waren total begeistert. Klar, wenn man den Künstler auf so eine angenehme Art und Weise auch noch vorher kennenlernen darf. Er selbst äußerte sich übrigens auch nur lobend über uns mit den Worten „… die waren aber auch echt süß die Mädels!“. Ich hoffe, dass es vor der Veröffentlichung des neuen Albums in 2013 noch ein paar Konzerte geben wird. Das TV Special kann man übrigens am 14. Juli um 15 Uhr auf der ARD sehen!
- Kerstin -

Fotos von Peter Schilling in der Ingelheim