The Sinners und Mace Sharp in Hamburg (Music Live Club)

Samstag, 1. März 2008 - BiBi

Die Micha hat es mal wieder geschafft. Ich habe ihr immer wieder gesagt, ich werde auf keinen Fall zum Sinners-Konzert in die Fruchtallee fahren…denn der Music Live Club ist doch ein sehr kleiner und bei unserem letzten Auftauchen dort hatten wir einen sehr blöden Tisch, so dass wir die Band eigentlich nur seitlich und von hinten sehen konnten. Vor die Bühne stellen ging nicht, weil dann andere Gäste nichts mehr sehen können…ist ja auch verständlich, dass man nicht so rücksichtslos ist.

Daher stand für mich fest: Nein, nicht dorthin.
Aber da kennt man die Micha schlecht – wenn sie will, dann will sie aber richtig. So argumentierte sie geschickt und ich wurde weichgeklopft. ;-) Aber manchmal beugt man sich ja auch gern, genieße ich die Sinners-Konzerte ja ebenso wie sie – es war nur, weil im März so viele Termine anstehen und das Konto ja leider nicht unendlich belastbar ist.

So fuhren wir also frühzeitig am 1. März durch den tosenden Sturm – Sturmtief EMMA zeigte uns, was eine Harke ist, aber gegen Wetterkapriolen sind Konzert-Junkies relativ resistent.
Micha hatte uns ab 18 Uhr einen schönen Tisch direkt vor der Bühne reservieren lassen, so dass wir es uns gleich als erste Gäste im Club gemütlich machen konnten. Die Wartezeit auf Konzertbeginn ging sehr vorbei, hatten wir viel zu besprechen und ja auch immer wieder interessante Gesprächpartner musikalischer Art.

Zu meiner großen Freude war heute ein Gastmusiker mit an Bord. Mace Sharp, den ich bereits bei einem früheren Sinners-Konzert kennengelernt hatte…Rock’n’Roll-Pianist mit perfekter Tolle. Es versprach, musikalisch hochinteressant zu werden.

Um 21 Uhr wurde dann gestartet. Der Music Live Club ist sehr klein und kuschelig und war auch recht voll. Die Stimmung gleich von Anfang an super! Gestartet wurde mit „Matchbox“, gefolgt von „Crazy little Mama“. Mace begleitete die Sinners bei jedem Stück am Piano, ob nun Cover oder eigene Lieder. Mit der Absprache klappte es nicht immer so gut, ab und zu wusste er nicht, welches Lied nun gerade gespielt werden soll – aber dafür, dass vorher keine Zeit zum gemeinsamen Proben war, funktionierte das alles doch ausgezeichnet.
Aber Mace setzte nicht nur seine Hände, sondern auch seine Stimme ein und sang z. B. im ersten Set „Johnny B. Good“ gleich mal selber. Ich war schwer begeistert!
Im ersten Set gab es noch Schmankerl wie „Stuck on you“, „Remember then“, „Rama Lama Ding Dong“ und „Why do fools fall in love“ zu hören. Als Elvis-Klassiker dann „Heartbreak Hotel“ – gut, Elvis ist nicht so meins und wird es auch nie werden.
Dann wurde eine kleine Pause angesagt, die die Raucher dann doch für eine Zigarette vor der Tür nutzen könnten – in mir stiegen bei dem stürmischen Wetter die Visionen einer TV-Werbung hoch, wo der Raucher vor dem Fenster weggeweht wird. Aber so schlimm war es in Hamburg dann doch nicht.

Kurz nach 22 Uhr startete dann der zweite Durchgang mit „Gloria“, einer meiner liebsten (immer noch!). Der Luft brannte dann bei Sachen wie „Lets have a party tonight“, „Highschool confidential“, „Viva Las Vegas“, „Blue moon“ oder „Boogie-woogie country girl“. Romantische Stimmung dafür bei “Unchained melody” – aber Micha wollte mit mir keine Wunderkerzen schwingen (die ich noch vom letzten Monsters-Konzert zufällig dabei hatte)…gut, die Frage war von mir auch nur scherzhaft gemeint! ;-)

Mit „Footloose“ und „At the hop“ kam dann noch mal richtig Drive in die Hütte, der auch mit „Little Runaway“ und „I’ll be your baby tonight“ fortgeführt wurde. Auch dieses zweite Set war viel zu schnell beendet, wieder ein bisschen Pause, um frisch gestärkt ins dritte Set zu starten, das von Mace Sharp mit einem Boogie eröffnet wurde. Nun kam auch malSchlagzeuger Matthias zu Wort bzw. zu Stimme, der doch sehr in der Ecke hockte und nicht so gut sichtbar war – er brillierte mit „Mona Lisa“. Gitarrist Tino stand ihm mit seiner Eigen-Komposition „You took my heart away“ in nichts nach und auch Kontrabassist Andreas war nach wie vor sangesfreudig, z. B. beim Johnny Cash-Klassiker „Cry cry cry“. Elvis wurde in diesem Set mit „Fools fall in love“ gehuldigt. Ein weiteres Highlight war auf jeden Fall „Runaround Sue“, wo die Band gesangstechnisch kräftig vom Publikum unterstützt wurde. Wenn ich auch kein Blues-Fan bin, genoss ich den, den Mace Sharp zum Besten gab, sehr. Ins Finale ging der dritte Durchgang mit „The Wanderer“, „Only the lonely“ sowie „Shake rattle and roll“. Leichte Textschwächen wurden charmant überdeckt, so dass die Musiker die Lacher auf ihrer Seite hatten.

Natürlich ließen die Leute im Music Live Club die Sinners so noch nicht in den Feierabend verschwinden. Zugabe-Rufe erklangen sofort – und so kam es noch zu dem bisher vermissten Acapella-Stück „Only you“. Hatte Mace hier Pause, ließ er es danach dann noch mal richtig krachen und haute bei „Great balls of fire“ richtig in die Tasten. Das Publikum jubelte und feierte heftigst mit.

Kurz nach Mitternacht war dann leider alles vorbei. Ein sehr geniales Konzert, das durch das Piano sehr interessant verstärkt wurde. Klar, dass so doch weniger eigene Stücke der Sinners gespielt wurden, aber man kann eben nicht alles haben.

Wir verließen den hübschen Music Live Club aber auch nicht sofort, sondern ließen es uns dort noch bis 2 Uhr bei kurzweiligen Unterhaltungen gut gehen, kehrten danach noch beim Burger King in Sittensen ein und trafen so erst nach halb vier wieder im inzwischen gar nicht mehr stürmischen Fischerhude ein…eine kurze Nacht lag vor uns, da Michas Zug am Sonntag recht früh fuhr, aber trotzdem mussten wir noch eine ganze Weile Fotos gucken und über den gelungenen Abend resümieren.

- BiBi -

Und hier geht’s zu den Fotos Sinners und Mace Sharp im Music Live Club